Von Titeln und Farben – Integrale Impressionen vom Dt. Schulleiterkongress

Ich hatte dieses Jahr Gelegenheit, unsere Arbeit zu einem Praxisforum auf dem Dt. Schulleiter-Kongress vorzustellen. Das hat mich sehr gefreut. Wir hatten ein gut besuchtes Forum, eines der best besuchten zu dieser Zeit. Fast 80 Schulleiter waren dabei, und es gab einen interessierten und angeregten Austausch über die Möglichkeiten, Schulen mit dem integralen Ansatz ganzheitlich zu betrachten und dadurch auch Potenziale von Mitarbeitern und Kollegen besser zu sehen.


Es gab auch Irritationen. So habe ich Anfang des Jahres auf die Webseite geschaut, und Ausschau gehalten nach meinem Praxisforum, und dachte dann: “das ist ja ein ganz anderer Titel als der den ich gewählt hatte!”
Dort stand, für meine Begriffe ziemlich reißerisch: “Da geht noch was! Wie Sie das Potenzial ihrer Mitarbeiter erkennen und entfalten.” Das hatte ich geschrieben? Ich rief bei der Organisation an, und fragte nach, warum Sie denn den Titel geändert hatten. Die Bearbeiterin sagte mir, Sie hätte mir doch letztes Jahr bei der Zusendung der Referentenunterlagen schon den neuen Titel angekündigt, Und ich hätte dies mit einer Unterschrift unter den Vertrag bestätigt. Ich konnte mich gar nicht erinnern. Sie meinte, sie machen das oft, damit Leute neugierig werden, weiterlesen, und sich dann auch für dieses Praxisforum anmelden. Immerhin hätte ich eines der bestbesuchten Praxisforen in diesen Zeitraum. Was mich scherzhaft dazu veranlasste sie zu fragen, ob sie vielleicht meine Marketingsassistentin werden wollte… Also der Titel blieb, allerdings mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch. Was von dem Versprechen kann man in 75 Minuten halten? Ich glaube, uns, also Angelika Ehrhardt und mir, ist es gut gelungen, zumindest einen Einblick zu geben.

Diese Geschichte habe ich dann zu Beginn der Veranstaltung  erzählt, und am Ende das Rätsel gelüftet, was denn der eigentliche Titel gewesen wäre. Interessanterweise fanden die Teilnehmer den eigentlichen Titel viel passender. Ich weiß auch nicht, ob sich nicht vielleicht sogar mehr Menschen angemeldet hätten, wenn der ursprüngliche Titel so belassen geworden wäre wie er war. Vielleicht kommen mittlerweile andere Menschen zum Kongress, die gerne auch die zweite Zeile lesen… Und wenn wir schon über Farben reden: für die die sich mit dem integralen System auskennen: es ging ziemlich ins Orange. Das und die Struktur des Kongresses habe ich im Forum thematisiert, als Beispiel für die gelebte Kultur der Veranstaltung. So wurde die integrale Theorie gleich ganz praktisch.
Ich habe dann von anderen Referenten erfahren, dass ihre Titel auch verändert wurden. Erfolgversprechend, mehr Effizienz, die Schule voran bringen… Das alles sind Attribute von Orange von Leistungsgesellschaft. Die Kleiderordnung, die Organisation: Blau, also sehr geordnet, strukturiert, konservativ. An sich gut abgestimmt auf die Kultur der Teilnehmer. Zumindest scheinbar.

Und doch gibt es auch andere! Ich hatte viele interessante Gespräche in den Pausen, beim Essen, Menschen die wissen, dass es nicht ausreicht sich noch effektivere Methoden in die Schule zu holen, sondern dass es einen tief gehenden Veränderungsschritt in die wirkliche Transformation braucht. Und dass dieser Schritt auch etwas mit der persönlichen Haltung und den eigenen Werten zu tun hat, und mit Loslassen von tradierten Mustern. Dafür gibt es wenig Orientierung und Hilfen. Auch inspirierende Vorträge stellen oft mehr fest, dass es so ist, als dass Sie wirklich eine konkrete Unterstützung anbieten.

Ich glaube, dass wir mit der SchulKulturZeit und den Experten die dabei sind, einen guten Rahmen geschaffen haben, Menschen in diesen Zeiten des Wandels und der Unsicherheit Werkzeuge und Methoden und vor allem Unterstützung zu geben, diesen zukunftsorientiert zu gestalten. Von der Gestaltung von Räumen, den Umgang mit Digitalisierung, Intuition und Beziehung lernen, Coach sein, Potenziale entfalten, die Rechte der Kinder zu würdigen, und schließlich die Global Goals und die Nachhaltigkeit als festes Element in Schulen zu integrieren.

Am Ende des Kongresses wurden die hinausgehenden TeilnehmerInnen von den Hostessen gefragt, ob er sich denn schon für das nächste Jahr angemeldet hätten zum Spezialpreis. Die meisten haben das bejaht.

Die Menschen, die sich für wirkliche Transformation interessieren, für tiefe Auseinandersetzung und nachhaltiges Lernen, werden früher oder später unser Symposium Bildung und Bewusstsein entdecken. Denn nur wo LernKulturZeit drauf steht, ist Veränderung drin. 🙂

Und zum Schluss: auf welchem Schiff wärest du gerne mit deiner Mannschaft, als Kapitän?


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