Die Akademie ohne Namen, im Aufbau

Heute im Webinar ging es um die geplante Akademie. In der illustren Runde der TeilnehmerInnen haben wir lange und ausführlich über den Namen diskutiert. Es war eine wunderbare Mischung von Menschen, die meine Arbeit sehr gut bis fast nicht kennen und aus unterschiedlichsten Richtungen kommen. Der angedachte Name „Akademie für Globales Bewusstsein“ traf nicht auf große Gegenliebe. Zu esoterisch und nichtssagend… Hm. Das gibt mir zu denken und zu fühlen.

Globales Bewusstsein – Global consciousness

erde_kugelDie Inspiration hat mir ursprünglich eine Seite der UNESCO beschert: A roadmap on Global Consciousness: „Thinking and Learning for the 21st Century”.
Was dort geschrieben steht, kann ich nur unterstreichen, und entspricht der Intention meiner Arbeit. Aber spricht es auch andere an? Wen möchte ich ansprechen? Die, die sowieso schon wissen, um was es geht, wenn wir von globalem Bewusstsein sprechen, oder eher diejenigen, die eine noch nicht gerichtete Suchbewegung in sich spüren, die merken, dass alte Paradigmen nicht mehr gültig sind. Die fühlen sich durch den Titel wahrscheinlich nicht angesprochen, sondern eher abgestoßen. Ich möchte gerne Brücken bauen und einladen und Räume für Entwicklung bereit stellen. Sprache ist natürlich ein elementares Werkzeug für diese Einladung.

Merkmale der LernKulturZeit und der Akademie

Akademie für globales Bewusstsein

Ursprünglich angedachter Name

In unserem Gespräch vielen einige Begriffe, die die Qualität der LernKulturZeit ausmachen:

Zukunftsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Vielfalt, Nichtwissen, Veränderung, Perspektivwechsel, Reisen, Transformation, Partizipation,  Wertorientierung,  Zukunftsgestaltung, transdisziplinär,  Entwicklung, Potentialentfaltung, Hilfe zur Selbsthilfe, Mut machen, Flexibilität, iteratives Vorgehen, Gemeinschaft Gleichgesinnter, kollektive Führung, Netzwerke, Vernetzungsplattform, Neu

Bisher wurde die LernKulturZeit als einjährige Fortbildung schon 4 mal angeboten, jedes mal war sie anders. Bestimmte Inhalte tauchen immer auf, aber das wann und wie variiert. Die Zusammensetzung der Gruppe und die daraus entstehenden Interessensschwerpunkte spielen auch eine Rolle, und natürlich meine eigene Entwicklung, die unterschiedliche Lernschwerpunkte hat und somit die Inhalte beeinflusst. Alle Veranstaltungen, die in der Kultur der LernKulturZeit stattfinden, zeichnen sich aus durch einen Raum, in dem Platz ist für Entwicklung, ein LebensLernRaum, wo mehr das Leben, als der Wille des Einzelnen, die Inhalte und Ereignisse bestimmt.

Das Sträuben gegen Curricula

Ein Charakteristikum meiner Arbeit ist , dass sie sich gegen Curricula sträubt. Das war schon in meiner Zeit als Lehrerin an der Schule so. Selbst wenn ich mit drei fünften Klassen in Biologie mit dem gleichen Thema gestartet hatte, war ich spätestens nach drei Wochen mit jeder Klasse bei einem völlig andren Thema gelandet; was -nebenbei bemerkt- nicht zur Arbeitserleichterung beigetragen hat,  von der ich viele Kollegen sprechen hörte, wenn sie den „Stoff einmal durch“ haben.

In der LernKulturZeit ist es ähnlich. Jede Gruppe co-kreiert andere Inhalte, sogar für jeden Teilnehmenden ist die LernKulturZeit anders. Für die einen ist es der Raum für die eigene Reflexion, für den anderen das Erleben von Gemeinschaft, für den dritten das Besuchen der Orte, usw., das die zentrale Stellung einnimmt. Das macht es komplex, aber auch abwechslungsreich und spannend. Dazu kommen die unterschiedlichen Menschen. Inklusion ganz praktisch, jedeR darf sein wie er oder sie ist, die eigenen passenden Schritte gehen oder unterlassen und sich seine Zeit selbst gestalten. Es gibt Angebote und vieles ist möglich, nichts muss, kein Plan muss erfüllt werden. Ausatmen, runterfahren, zu sich kommen, Kraft tanken, Inspirationen mitnehmen, Freundschaften pflegen, Projekte entwickeln, …

Die Dinge singen hör ich so gern

Die Akademie bekommt mit jeglichem Namen eine Farbe, dabei ist sie von ihrem Wesen her bunt, sie wechselt die Farben ständig. Sie möchte eine echte Universitas sein, eine Gemeinschaft der Lernenden und Lehrenden…

Zu gerne hätte ich Ende des Jahres alle Angebote unter dem Dach einer Akademie mit wohlklingendem Namen veröffentlicht. Nun wird sie wohl zum Redaktionsschluss ohne Namen bleiben…Die Zeit ist wohl noch nicht reif

Die Akademie ohne Namen…logo_akademie

Ich halte mich an Rilke – (hier in einer Version von Xavier Naidoo)

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.

und lasse den Namen weiter offen – kann sie jemals fertig sein?

Ich freu mich und bin offen für Feedback und Kommentare dazu!

 


2 Replies to "Die Akademie ohne Namen, im Aufbau"

  • Jörg Sossenheimer
    Dezember 15, 2016 (5:11 pm)
    Reply

    Liebe Silke,
    jetzt bin ich ja aktuell nicht involviert, wie du jedoch weißt sind Sabine und ich auf einem ähnlichen Weg unterwegs.
    Oft möchten wir mit dem Namen so viel sagen, schon so viel „rüber bringen“. Aussagekräftig soll er sein einprägsam…..
    Und doch ist in unserem speziellen Anliegen die Kreativität eines der wichtigsten Elemente.
    Vielleicht würde es sich lohnen darüber nachzudenken ob der Name nicht ein Bild im Leser erzeugen sollte, sicher kein einheitliches sondern ein kreatives. Einen Einfall für einenn solchen Namen haben ich gerade nicht, aber so etwas wie „Mary Popins- Akademie“ oder „Open Source Akademie“ oder…. wenn mir was gutes einfällt schicke ich es dir.
    War nur masl so eine Idee.
    alles Liebe, Jörg

    • Silke Weiss
      Januar 26, 2017 (4:40 pm)
      Reply

      Danke, lieber Jörg. Wie du siehst, ist es nun schon entschieden… Keep it simple…


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